
Viele Menschen verbinden das Wort Inklusion mit Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen,
Das Wort Inklusion bezieht sich jedoch auf alle Menschen in der Gesellschaft.
Allen Menschen muss es möglich sein, an unserer Gesellschaft teilzuhaben.
So steht es in unserem Grundgesetz und […“Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache,
seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.
Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. (Art. 3 Abs. 3 GG)]
Darüber hinaus wird der Begriff Inklusion häufig inhaltlich missverstanden und mit Integration verwechselt.
Es ist daher unerlässlich, den Begriff der Inklusion verständlich zu definieren und ihn klar von Begriffen wie Integration, Exklusion und Separation abzugrenzen.
Politik und Verwaltungen beschäftigen sich zunehmend mit dem Thema Inklusion, zum Teil ausgelöst durch den Druck völkerrechtlicher Verträge (UN-BRK, NAP 0.0),
aber wir erleben oft, dass auch hier der Begriff Inklusion nicht immer zielführend verstanden wird.
Um Inklusion verständlicher zu machen, möchten wir Ihnen die aktuelle Situation in der Gesellschaft aufzeigen, indem wir die Begriffe Integration, Exklusion und
Separation erläutern.
Integration: Menschen werden in eine bestehende Gesellschaft oder ein bestehendes System eingegliedert. Die Stärken und Schwächen des Einzelnen werden nicht berücksichtigt.
Exklusion: Allgemeine Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Bestimmte Menschengruppen werden von vornherein ausgeschlossen und dementsprechend exkludiert.
Separation: Menschen werden klar von der Gesellschaft getrennt (separiert), z.B. in Förderschulen oder Werkstatt für behinderte Menschen.
Inklusion fordert die selbstverständliche gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen mit ihren Stärken und Schwächen.
Auch in der Praxis wird Inklusion häufig missverstanden oder mit Integration verwechselt – besonders im Bildungs- und Berufsbereich.
Oft werden Menschen in bestehende Systeme „hineingepresst“, anstatt dass sich diese Systeme öffnen und inklusive Strukturen mit Barrierefreiheit schaffen. Integration berücksichtigt selten die individuellen Stärken und Schwächen, während echte Inklusion selbstverständliche Teilhabe für alle ermöglicht.
Barrieren können vielfältig sein:
Treppen ohne Rampen, fehlende Beschilderungen, unübersichtliche Webseiten, laute oder überfüllte Räume.
Sie betreffen nicht nur Menschen im Rollstuhl. Auch Eltern mit Kinderwagen, Senioren oder Menschen mit unsichtbaren Behinderungen profitieren von barrierefreien Strukturen, da diese den Alltag erleichtern und Teilhabe ermöglichen.
Für echte Inklusion reicht es jedoch nicht, nur Zugänge zu schaffen.
Partizipation und Mitbestimmung sind entscheidend:
Alle Menschen sollen die Möglichkeit haben, aktiv Entscheidungen zu treffen und das gesellschaftliche Leben mitzugestalten – in Schule, Beruf, Politik oder Freizeit.
Barrierefreiheit und inklusive Strukturen profitieren nicht nur den direkt Betroffenen. Sie stärken die gesamte Gesellschaft, eröffnen neue Perspektiven und fördern Kreativität und Innovation.
Auch die digitale Welt muss inklusiv gestaltet werden:
Websites, Apps, Lernplattformen oder digitale Services sollten für alle zugänglich sein, um Teilhabe nicht zu behindern.
Schließlich sind Sensibilisierung und ein inklusives Denken unerlässlich. Barrierefreiheit beschränkt sich nicht nur auf bauliche Maßnahmen – sie umfasst auch die Haltung und Aufmerksamkeit der Menschen gegenüber Vielfalt und unterschiedlichen Bedürfnissen.
Ein zentraler Baustein für Inklusion ist Barrierefreiheit!